Freitag, 13. November 2009

Hungerbesuch

Ich habe ein Problem.
Ich kann nicht einkaufen.
Also - ich kann es sehr gut, wenn es sich um Klammotten, Bücher, Hauseinrichtung usw. handelt. Da fliegt das Geld nur aus dem Geldbeutel (oder eben von meiner Geldkarte). Ich weiß meistens, was ich will und wenn nicht, dann kaufe ich es (nur sicherhaltshalber) trotzdem.

Aber mein Problem - das ist das Essen. Ich kann mir bildhaft ausmalen, was alles ich kaufe. Aber sobald ich im Laden bin, dann zack! Kurzschluss! Kaufe nie was und wenn ich es doch schaffe, etwas zu kaufen, dann bin ich richtig stolz auf mich.
Tut mir Leid, das Essen spricht mich einfach nicht an (wenigstens im Laden, auf dem Teller sage ich selten nein).

Aber heute habe ich mich total überwunden (ich bekomme auch einen Besuch und nicht alle leben von der Luft - Liebe lasse ich aus, die ist nie sicher). Also - ich habe Käse, Champignons, Nudeln (für Schinkennudeln aber eben ohne Schinken, dafür mit Pilzen - na ja, Eier habe ich vergessen...) gekauft. Und eine Spitzenleistung - habe sogar eine ganze Salami erworben!

Ich gebe es zu, bin eine Einkaufsniete. Aber egal, wir machen einfach das Radio lauter, damit uns die ganze Zeit das Knurren der Besuchermägen nicht stört.

Donnerstag, 12. November 2009

Streber? Was ist das?

Heute wurde uns im Seminar Übersetzen publizistischer Texte gesagt, dass wir uns damit abfinden sollen, dass wir nie Deutsch lernen.

Also - ich finde es beruhigend. Es stimmt tatsächlich. Irgendwo ganz weit vor mir, im Nebel, schwebt das perfekte Deutsch und ich renne wie blöd hinterher und die Entfernung wird einfach nicht kleiner.

Aber so ist es ok, wenn ich endlich perfekt ist, dann bin ich wahrscheinlich tot.

Mittwoch, 11. November 2009

Streeeeeeeesssssssssss!

In Prag war es total toll und ich habe es genossen, einfach mal nichts zu tun.

Und?
Ja, klassisch! Genauso wie beim Radeln - wenn man Berg runter fährt, kann man 100% sicher sein, dass man gleich wieder hoch fahren muss. Wie gemein!
Und so ist es auch mit Prag, jetzt muss ich die ganze entspannte Woche abarbeiten......

Heute habe ich mit einem Mann gesprochen. Seine Augen sind unheilbar krank und er sieht fast nichts mehr. Er hat mir erzählt, dass er zwar schlecht sieht, aber dafür hat sich sein Geruchsinn unglaublich verbessert. Er hat jetzt eine Nase wie ein Spürhund.

Ich frage mich nur, wenn ich meinen Verstand verliere, was bekomme ich dafür?
Wahrscheinlich ein glückliches Leben. ;-)

Sonntag, 8. November 2009

Prag (Mittwoch), Prag (Donnerstag), Prag (Freitag)

Mittwoch - ein literarischer (regnerischer) Spaziergang durch die Stadt. Es hat geregnet, mehr ist da nicht zu sagen. Punkt 2 (das Essen natürlich) fällt leider am Mittag aus, aber ein Honigkuchen ist besser als nichts.

Weiter drei Vorträge am Theaterinstitut. (und es ist deutlich zu sehen, dass die schwindenden Kräfte und die Wärme im Raum sehr zum Einschlafen motivieren)

Aber danach wird man wach! Punkt 2!!! Hurra! In einem vegetarischen Restaurant. Total lecker und die überall hängenden Lampen!

Am Abend dann Theatervorführung aus Luxemburg. Wie uns gesagt wurde - Luxemburg hat insgesamt 2 Theater und so ist die Auswahl nicht so groß. Also - mir hat´s gefallen, habe mich in diesem Stück (leider) erkannt. Natürlich hat es nach dem Stück einen Sektempfang gegeben, langsam ist es zu einer Gewohnheit geworden.Und weil wir dann einfach nicht ins Bett gehen konnten, so haben wir einige Stunden in einem Club verbracht.

Donnerstag - Eine Lesung von Radka Denemarkova im Literaturhaus. Einfach phantastisch! Eine tolle Frau!

Anschließend Essen - Kartoffelknödel mit geräuchertem Fleisch und Sauerkraut

Dann ein Besuch beim Tschechischen Rundfunk, bei Radio Prag. Wir haben uns die deutsche Redaktion live angeschaut und auch live angehört.

Bis zum Theater um 20 Uhr sind wir durch die Stadt gelaufen (meine Beine!). Auch in diesem Stück habe ich mich erkannt (warum denn schreiben alle über mich?). Wiener Schauspielhaus. Klasse! Und wie sonst - mit Empfang!

Und auch schon eine Tradition - Clubbesuch (ein guter Ausgleich - viel zu viel Kultur tut auch nicht gut).

Freitag - der letzte Tag. Ein Vortrag im Österreichischen Kulturforum, eine Diskusion mit dem Autor des Stückes aus Wien und....klar, ein Sektempfang! (fast zu früh, aber Übung macht den Meister).

Und dann ab nach Hause! Schön war´s!

Samstag, 7. November 2009

Prag (Montag), Prag (Dienstag)

Heute habe ich nur geschlafen (dafür bis 13 Uhr) und dann den Rest des Tages am PC gearbeitet. Also wirklich nichts Spannendes für diesen Blog. Aber um so besser, so habe ich wenigstens Platz, unsere Prager Erlebnisse zu reflektieren.

Ich halte mich einfach an den Highlights - was ich bis jetzt noch nicht vergessen habe, das verdient, niedergeschrieben zu werden.

Aber grundsätzlich kann man die Woche in 2 Punkte zusammenfassen: Punkt 1 Kultur, Punkt 2 Essen.

Montag - So gegen 15 Uhr sind wir in Prag angekommen, haben in unseren Hotelzimmern Taschen und Koffer gelassen und ab in die Stadt. Und da sind wir gerade beim Punkt Nr. 2 - Soyafleisch mit Pilzsoße und Kartoffeln, anschließend Punkt 1 - Rimini Protokol im Theater Laterna Magika. Interessant, so was habe ich noch nie gesehen. Eigentlich keine Theatervorstellung, eher ein internationales Projekt. Das Thema Vietnamesen in Europa. Es waren keine Schauspieler, sondern normale Menschen, die in einer Collage sein Schicksal vorgestellt haben. Im Theater noch Sektempfang vom deutschen Botschafter (sehr gute gesalzene Mandeln) und danach ein Besuch im Restaurant Zur Meeresjungfrau.

Dienstag - Um 10 Uhr Besuch des Jüdischen Museums (mehrere Synagogen, Friedhof, alles auf einem ziemlich engen Raum, dann ein Vortrag über das Judentum in Prag). Ich habe über mich erfahren, dass ich unanständig bin. (no photo please! ein anständiger Mensch macht so was nicht!) Na ja, man kann sich nicht überall beliebt machen....


Um 17 Uhr eine Lesung von Franz Hohler im Nationaltheater. Toll, toll! (und dazu ist er noch ein Schweizer!) Kann wirklich empfehlen. (nur wo bleibt dann der Sektempfang?)


Nach der Lesung endlich auch mal Punkt 2 Pizza bei der Meeresjungfrau.
An diesem Tag ist mir auch das kleine Schiebeding (zum ein und ausschalten) bei meiner Digikamera abgefallen und ab diesem Zeitpunkt ist das Fotografieren zu einer wirklichen Tortur geworden. Erst das Microteil in der Fotohülle finden, dann an der richtigen Stelle anbringen (und sofort schön verräumen, sonst droht Verlierungsgefahr) und Fotos (wenn schon an, dann möglichst viele) schießen. Danach das kleine graue Nichts wieder aus der Hülle rausfischen, anbringen und nach links (off) verschieben. Und wieder verräumen.
Also - was die Fotos betrifft - Hoch lebe die Spontanität!


Freitag, 6. November 2009

Wieder im mährischen Lande

Heute sind wir zurück aus Prag. Wir haben viel gesehen, viel gehört, viel erfahren, viele neue Leute kennengelernt, viel gefeiert und echt wenig geschlafen.

Gehe ins Bett! Gute Nacht!

Sonntag, 1. November 2009

Pragtische Mode

Morgen fahre ich für fünf Tage nach Prag, zu einem Theaterseminar. Wir gehen jeden Abend ins Theater (toll!) und auch sonst ist die Woche sehr "kulturgefüllt!. Und ich freue mich so!

Nur...habe wie jedesmal, wenn ich verreise, ein kleines Problem. Was ziehe ich an? Und was nehme ich mit? (klassisch "Ich habe nichts zum anziehen.")

Erst versuche ich, das Packen einfach auf später zu verschieben. Irgendwann ist es aber so spät, dass ich nicht mehr verschieben kann und dann fängt Phase "Ich-fahre-nicht-und bleibe-zu Hause" an. Inzwischen habe ich auch diese Phase überwunden und zur Zeit ist es mir vollkommen egal.

Ich kann auch schon jetzt voraussagen, wie es weiter geht. Ich verschiebe es trotzdem locker auf morgen (11.40 fährt dann der Zug) und kurz vor der Abfahrt schmeiße ich einfach alles in die Tasche, was ich sehe. Und ehrlich - es ist egal, ob ich wahllos Klamotten mitnehme, oder stundenlang überlege. Es kommt auf das Gleiche raus - ich werde 3/4 der Sachen nicht brauchen und das restliche 1/4 ist unpassend.

Also - falls es mir morgen tatsächlich gelingen sollte, abzufahren, so bin ich bis Freitag "out of office".